Zugegeben, wir mussten mit unseren Stundenplänen etwas jonglieren, um innerhalb der vorgeschlagenen Zeit in der Zeltstadt am Hauptplatz einzutauchen, aber dann ging es unglaublich schnell, mit der jeweiligen Gruppe in das Arbeitsfeld von Ärzte ohne Grenzen einzutauchen: (Fast) alle Ausstellungsführenden konnten auf die neugierigen und klugen Fragen der Kinder/Jugendlichen lebensnah antworten, weil sie selbst voller Erfahrungen von ihren Einsätzen in Krisengebieten waren. So erfuhren wir auch von Krisen, die medial nicht so ausgeleuchtet sind und dennoch humanitäre Hilfe lebens-notwendig ist.
Die Ausstellung selbst umfasste viele Themen wie Mangelernährung, Umgang mit Wasser und Latrinen für bessere Hygiene in Krisengebieten, Frauengesundheit und Aufklärung, Behandlung von ansteckenden Krankheiten, die Logistik z.B. der Kühlkette von Impfstoffen usw.
Auffallend war bei allen Führungen, die ich erlebte, dass es keinen moralischen Zeigefinger, auch keine reißerischen Geschichten oder Bilder gab. Dennoch berührte die Konfrontation mit diesen Realitäten und ging unter die Haut.
Manche Dinge bleiben bestimmt deutlicher in Erinnerung als andere: Alle, die es ausprobiert haben, können sich jetzt besser vorstellen, wie sich ein 20 Liter Wasserkanister am Kopf anfühlen könnte oder was es bedeutet, als Kind 5 Liter kilometerweit zu schleppen …